3.L | Montag, 13. Mrz 2017 (BKZ)
Niederlage auf der Ostalb

26. Spieltag  |  3. Liga 2016/17
Samstag, 11. März  |  14:00 Uhr  |  Scholz Arena

VfR Aalen - SG Sonnenhof Großaspach   2:0 (2:0)

[Die BKZ, unser Medienpartner mit SG-TV Videobericht]
[Aus der SWR-Mediathek "Sport am Samstag"]

SG Sonnenhof zieht im Schwaben-Duell den Kürzeren

Drittligist SG Sonnenhof Großaspach zeigte nach zuletzt drei Siegen in Folge im Schwaben-Duell beim VfR Aalen ein ganz anderes Gesicht. Der Dorfklub kassierte nach einer schwachen Leistung eine 0:2-Niederlage. Dabei ließen die Gäste besonders in der ersten Halbzeit jeglichen Einsatzwillen vermissen.

Von Heiko Schmidt - Mit zwei Veränderungen in der Startelf gegenüber dem 3:1-Erfolg in der Vorwoche gegen Frankfurt ging Großaspach ins Schwaben-Duell. Daniel Hägele rückte für Marlon Krause in die Defensive, Mario Rodriguez kam im Mittelfeld für Manfred Osei Kwadwo zum Einsatz. Es lag aber nicht an diesen Veränderungen, warum die Großaspacher im ersten Durchgang völlig von der Rolle waren. Gegen die zunächst nervös spielenden Aalener, die am Freitagabend vom Deutschen Fußball-Bund den Bescheid für den zu erwartenden Neun-Punkte-Abzug erhalten hatten, fand der Sonnenhof keine Mittel. Besonders der Ex-Großaspacher Matthias Morys wirbelte die SG-Defensive ein ums andere Mal durcheinander. So lief er nach abseitsverdächtiger Position frei durch, wurde aber von Julian Leist gerade noch gestoppt. Die daraus resultierende Ecke führte in der 13. Minute zur 1:0-Führung der Hausherren. Daniel Stanese köpfte nach dem Eckball von Maximilian Welzmüller ein.

Aalen gab in der ersten Halbzeit weiterhin den Ton an. Gerrit Wegkamp verzog knapp aus spitzem Winkel (20.) und scheiterte aus 15 Metern an Aspachs Keeper Kevin Broll (21.). Die SG hingegen leistete sich viele Fehler im Spielaufbau, aber auch in der Defensive. Zudem waren die Gäste in den meisten Zweikämpfen nicht präsent. Erst nach 35 Minuten besaß der Sonnenhof die erste Möglichkeit. Nach einer Vorlage von Pascal Sohm fand jedoch Rodriguez in VfR-Schlussmann Daniel Bernhardt seinen Meister. Zu diesem Zeitpunkt war Großaspachs Joseph-Claude Gyau nicht mehr auf dem Platz. Der Gelb-Rot gefährdete Offensivmann wurde nach 28 Minuten ausgewechselt. Für ihn kam Osei Kwadwo. Doch auch er brachte nicht die gewünschte Wende. Im Gegenteil, denn fünf Minuten vor der Pause erhöhte Aalen auf 2:0. Nach einem Traumpass von Stanese umkurvte Morys den SG-Torhüter Broll und vollendete eiskalt.

Nach dem Wechsel stellte Großaspachs Trainer Oliver Zapel um. Er brachte Marlon Krause für Jeremias Lorch. Krause bildete nun mit Julian Leist und Kai Gehring die Dreier-Abwehrkette. Die Gäste gestalteten das Geschehen offener, spielten offensiver und hatten einige gute Gelegenheiten. So in der 57. Minute: Sohm flankte von der rechten Seite nach innen, wo Aalens Thomas Geyer den Ball an die Lattenoberkante lenkte. Ein Schuss aus sieben Metern von Rodriguez wurde in der 65. Minute abgeblockt. Die SG war am Drücker. Trotzdem gab es einige Defizite bei den Gästen klar zu erkennen. Den Großaspachern war der Siegeswille kaum anzusehen. Zudem wurden viele Aktionen nach vorne zu ungenau vorgetragen. Brenzlig wurde es vor dem VfR-Kasten lediglich noch in der Schlussminute. Jüllich zog aus 18 Metern knallhart ab. Mit einer Glanzparade lenkte Aalens Schlussmann Bernhardt den Ball gerade noch an die Latte. Somit blieb es beim verdienten 2:0-Erfolg der Mannschaft von der Ostalb.

„Wir haben einen Fehlpass nach dem anderen gespielt“

SG-Kapitän Hägele zeigt sich wie auch Trainer Zapel sehr enttäuscht

(hes). Riesengroß war die Enttäuschung bei den Verantwortlichen, Spielern und auch Fans der SG Sonnenhof Großaspach nach dem Auftritt in Aalen. „Wir haben einen Fehlpass nach dem anderen gespielt und unser Kombinationsspiel in Großaspach vergessen“, resümierte Kapitän Daniel Hägele. In die gleiche Kerbe schlug Defensivmann Kai Gehring: „Die erste Halbzeit war katastrophal.“

Dem schloss sich Trainer Oliver Zapel an: „Was wir in der ersten Halbzeit gezeigt haben, hat nichts mit Drittligafußball zu tun.“ Der Coach ging noch etwas tiefer in seiner Analyse: „Wir waren mit einem klaren Plan ausgestattet. Umso erstaunlicher ist es, was sich in den ersten 20 Minuten abgespielt hat. Es sah so aus, als wenn wir Blei in den Beinen hatten.“ In der zweiten Halbzeit hat zwar die SG ein anderes Gesicht gezeigt, dennoch musste Zapel eingestehen: „Es war ein völlig verdienter Sieg von Aalen.“ Eine klare Erkenntnis hat der Coach aus dem Schwaben-Duell gezogen: „Wir sollten aus dem Spiel mitnehmen, dass wir die Kirche im Dorf lassen sollen. Wir müssen uns aufs Wesentliche konzentrieren und schnellstmöglich die 45 Punkte für den Klassenerhalt erreichen.“

Auch für den VfR Aalen geht es nach dem Neun-Punkte-Abzug nur noch um den Ligaverbleib. Dem ist die Mannschaft von der Ostalb mit dem 2:0-Erfolg ein Stück nähergekommen. „Wir sind froh über den Sieg. Der Gegner hat heute zum Glück die Einladung zum Torschießen nicht angenommen“, resümierte Aalens Trainer Peter Vollmann.

Quelle: Backnanger Kreiszeitung am 13. März 2017

Impressionen aus Aalen

Fotos: Tai