3.L | Freitag, 24. November 2017 (BKZ)
SG-Geschäftsführer will was Zählbares aus der Heimat mitnehmen

^^^ Die Mannschaft trainierte, Familie Deters & Freunde schauten zu

17. Spieltag  |  3. Liga
Freitag, 24. November 2017  |  19:00 Uhr  |  Hänsch-Arena

SV Meppen - SG Sonnenhof Großaspach

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SG-Premiere in Deters’ alter Heimat

Erstes Fußballduell zwischen Großaspach und Meppen – Begegnung mit Vergangenheit für Geschäftsführer des Fautenhau-Klubs

Für die Drittligaelf der SG Sonnenhof ist die Partie heute ab 19 Uhr in Meppen Neuland, gab es doch noch nie ein Duell beider Klubs. Für Großaspachs Geschäftsführer Thomas Deters ist es dennoch ein Heimspiel. Der 32-Jährige stammt aus dem Emsland, stand als Junge regelmäßig im Fanblock, wenn der SV Meppen in der Zweiten Bundesliga um Punkte kämpfte.

Von Uwe Flegel - „Wenn das Wetter passte, bin ich mit meinem Vater mit dem Rad hingefahren.“ Immerhin 17 Kilometer musste Thomas Deters damals strampeln, um vom Elternhaus in Bawinkel zum Stadion zu kommen. Und das zu fast jedem Heimspiel. „Die Bedeutung des Vereins für die Region lässt sich mit der des VfB Stuttgart hier vergleichen“, erzählt Deters und fügt an: „Dort stehen alle hinter dem SVM. Egal ob Vereine oder Fußballfans.“ Seine Erklärung dafür: „Im Umkreis von einer oder eineinhalb Stunden Fahrzeit rund um Meppen ist sportlich sonst fast nichts geboten.“ Das weiß dort auch die Politik. Die Kosten des zwei Millionen teuren Stadionumbaus nach dem Aufstieg teilten sich Stadt und Landkreis. „Im Emsland hat man bemerkt, dass sich Investitionen in den Fußball lohnen“, merkt der SG-Geschäftsführer an.

Das Bekenntnis der kompletten Region zum SV Meppen hat sicher viel mit den bisher erfolgreichsten Jahren des Vereins zu tun. Als 1987 der Aufstieg in die Zweite Bundesliga gelang, stammten 19 von 22 Spielern des Kaders von Trainer Rainer Persike aus dem Emsland. Und: Der Neuling schaffte mit Halbprofis den Überlebenskampf im Profitum. Wobei sich das mit den Halbprofis im Verlauf der elf Jahre in Liga zwei änderte und ab 2004 Oberliga angesagt war. Es folgten bittere Jahre, wie Deters weiß. Nun freut er sich, dass seine alte Liebe zurück im Geschäft ist. Auch wenn sich der SG-Geschäftsführer längst nicht mehr als Meppen-Fan bezeichnet. „Sympathisant trifft es eher“, sagt der 32-Jährige und erzählt: „Für mich das schon ein ganz besonderes Spiel. Als ich in der Regionalliga in Aspach anfing, hätte ich mir nicht träumen lassen, dass wir mal in dem Stadion um Punkte spielen und ich in der Arena als Verantwortlicher im Innenraum stehe, in der ich als Junge mit dem Fanschal im Stehblock gestanden bin.“

Klar, dass Deters die Chance nutzt, um mit seiner Frau und dem sieben Monate alten Söhnchen Joris die Familie zu besuchen. Zumal sein Vater am Freitag Geburtstag hat. Die große Fete am Abend fällt aber aus: „Meine drei Brüder und viele Freunde sitzen im Stadion.“ Das Fußballduell hat Vorrang. Wobei Deters zu Hause klargestellt hat: „Meine Brüder wissen, dass sie nur ins Stadion kommen dürfen, wenn sie neben dem Meppen-Schal auch einen Schal und ein Großaspacher Trikot dabei haben.“

Es ist zu spüren: Der SG-Geschäftsführer freut sich auf die Begegnung in der alten Heimat. Auch weil er dort große Unterstützung erfährt: „Das Abschlusstraining unseres Teams morgen findet 100 Meter von meinem Elternhaus statt.“ Deters erzählt: „Mein Stammverein SV Bawinkel hat sich mehrfach erkundigt, ob wir noch was benötigen oder sie noch irgendetwas für uns tun können.“

Sicher ist sich der frühere Landesligaspieler: Auf dem Platz ist aber Schluss mit der Freundschaft. Da werden die heim- und kampfstarken Emsländer jeden Grashalm umdrehen. Und das mit großer Unterstützung. 4000 Fans begleiteten den Neuling unlängst zum Auswärtsspiel ins nicht ganz 100 Kilometer entfernte Lotte (2:2). „Meine Brüder waren dabei“, erzählt Deters schmunzelnd. Die Verwandtschaft zählt auch zu den durchschnittlich 7375 Zuschauern in den bisherigen SVM-Heimspielen. „Die Fans peitschen die Mannschaft nach vorne und erzeugen in dem alten Stadion eine Riesenstimmung“, berichtet Deters und hat für den Gegner weiteres Lob übrig: „Platz neun und 25 Punkte sind für einen Neuling überragend. Da wird gut gearbeitet. Erst recht, wenn man berücksichtigt, dass Trainer Christian Neidhart zusätzlich den Lehrgang zum Fußballlehrer in Hennef absolviert.“

Großen Anteil an der guten Entwicklung haben übrigens auch zwei Offensivspieler, die schon für die SG am Ball waren: Kapitän Martin Wagner, in der Regionalligasaison 2010/2011 ein halbes Jahr lang im Fautenhau, und der diesen Sommer aus Lotte gekommene Nico Granatowski, der in Aspachs erstem Drittliga-Jahr fünf Monate lang sein Glück bei der SG versuchte. Völlig unbekannt ist Meppen für die Schwaben dann doch nicht.