3.L | Donnerstag, 8. Februar 2018 (LV)
Teil 4 unserer Serie: WAS MACHT EIGENTLICH... heute mit:...NICO NIERICHLO?

 

Angefangen mit den zahlreichen Rückblicken auf ehemalige SG-Spieler, deren Karrieren durch den Dorfklub als sportliches Sprungbrett in die Höhe schossen, wollen wir uns im vierten Teil unserer Serie „Was macht eigentlich“ auch mit den anderen Perspektiven beschäftigen. Gibt es ein Leben nach dem Fußball? Auf jeden Fall! Nico Nierichlo ist eines dieser besonderen Beispiele für das Konzept des dualen Wegs der SG Sonnenhof Grossaspach, welches seine Spieler dabei unterstützt, abseits des Platzes für eine gesicherte Zukunft zu sorgen. 

Schauen wir kurz zurück ins Jahr 2009: schon während seiner aktiven Fußballkarriere wählt der damals auffällig talentierte Jugendspieler den - für einen Fußballer - frühzeitigen Einstieg ins Berufsleben. Der damals 19-jährige gebürtige Schwäbisch Haller wechselt bereits als A-Jugendlicher von der Talentschmiede des VfB Stuttgart zum Dorfklub und entscheidet sich bewusst für ein nachhaltiges Konzept – die duale Karriere und eine vorbereitende Maßnahme für das Leben nach der sportlichen Karriere.

Zum einen trifft er in dieser Zeit auf den unumstrittenen Stammspieler von Rüdiger Rehm, den eisenharten Vollblutverteidiger Martin Cimander sowie auf die Anfänge von unserer Dorfklub-Legende Chips Binakaj. Zum anderen erfährt er aber auch hilfreiche und lehrreiche Gespräche mit seinen damaligen Mitspielern Dennis Grab und Fabian Aupperle, die ebenso wie „Niere“ heute von ihrem Vorantreiben der beruflichen Laufbahn profitieren. Unter dem damaligen Trainer Jürgen Hartmann war der Defensiv-Allrounder bis zum Winter 2010 fester Bestandteil des SG-Kaders, ehe er aufgrund von geringer Spielpraxis an den FSV Hollenbach ausgeliehen wurde, zu denen er dann im kommenden Sommer anschließend fest wechselte. Dort spielte er mit Ex- Aspacher Torhüter Tobias Röschl und dem heutigen SG-Rechtsaußen Pascal Sohm viele erfolgreiche Jahre in einer jungen, aufstrebenden Mannschaft und feierte wie bereits mit den Fautenhauern die Meisterschaft und somit den Aufstieg. Mit der SG ging es 2009 in die Regionalliga, mit Hollenbach das Jahr darauf in die Oberliga. 

In Hollenbach ist der heute 28-jährige Nierichlo mittlerweile unumstrittene Führungskraft, stellvertretender Kapitän und Leistungsträger. Ein Kräftemessen mit der SG gab es bereits in drei Pflichtspielen, in denen man leistungsmäßig erkennen konnte, was in Hollenbach um den 1,85 m großen Sechser aufgebaut wurde. Drei knappe und heiß umkämpfte Pokalfights gab es seitdem in den Jahren 2012, 2015 und 2017 zu bestaunen. Den Höhepunkt der bisherigen Duelle gab es wohl im letzten Aufeinandertreffens der diesjährigen DB Regio wfv-Pokal-Endrunde. Bis ins Elfmeterschießen ging es im August vergangenen Jahres, in welchem die Aspacher die Nerven behielten und am Ende auch das nötige Glück für das Erreichen der nächsten Runde hatten. 

In der aktuellen Spielzeit peilt Nierichlo mit seinen Hollenbachern den direkten Wiederaufstieg in die Oberliga an, nachdem der FSV letzte Saison unglücklich abgestiegen war. Der eigentliche Defensivspezialist hat nach der Hinrunde bereits drei Tore auf seinem Konto. Mit seinen eigentlichen Stärken wie seinem Teamspirit- Gedanken und seiner Erfahrung hat Nico wesentlichen Anteil am bisherigen Erfolg des FSV Hollenbach. Mit dem Aufstieg am Ende der Saison würde er sich gerne beim derzeitigen Verbandsligisten verabschieden. Denn in der kommenden Saison übernimmt er den Spielertrainerposten beim Bezirksligisten TSV Michelfeld in seiner Heimat. Die zeitliche Beanspruchung von einem semi-professionellem Fußballer und einem verantwortungsbewussten Posten bei einem internationalen Unternehmen ist demnach enorm. So zieht es den Familienmensch – wie er sich selbst beschreibt – zurück an seine alte Wirkungsstätte zu Familie und Freunden. 

Dass er einen solchen Berufsstatus erreichen konnte, lag nicht zuletzt an einer frühzeitigen Ausrichtung für die berufliche Karriere. Denn einige Verletzungen warfen den talentierten und universal einsetzbaren Defensivspieler in gewissen Regelmäßigkeiten immer wieder zurück. Umso glücklicher wird er aufgrund dessen von seiner Ausbildung als Projekt- und Wirtschaftsingenieur sein, denn mit seinem abgeschlossenen Studium als Bachelor of Engineering hat er sich parallel zum Fußball ein zweites Standbein aufbauen können. Angefangen mit der Tatsache, sich in jungen Jahren für die SG und deren erfolgreiches Konzept des dualen Weges entschieden zu haben. Ein zweites Standbein während der sportlichen Karriere aufbauen? Mit Selbstdisziplin ist dies durchaus möglich und Nico Nierichlo ist in diesem Fall ein vorangehendes Beispiel.