wfv-Pokalfinale der B-Junioren
Mittwoch, 20. Mai 2026
in der WIRmachenDRUCK Arena Großaspach
VfB Stuttgart U17 - SG Sonnenhof Großaspach U17 4:3 (3:1)
Wenn zwei frischgebackene Meister in einem Pokalfinale aufeinandertreffen, dann darf man von einem spannenden Pokalfight ausgehen. Wenn allerdings der neu gekürte Deutsche Meister gegen den Titelträger aus der Verbandsstaffel aufläuft, dann rechnet man allerdings mit einem einseitigen Spiel. Dem war allerdings am Mittwochabend in der WIRmachenDRUCK Arena nicht so, die 600 Zuschauer staunten nicht schlecht über den Auftritt des Underdogs.
Auch wenn zu Beginn die Großchancen ausblieben und sich das Geschehen zumeist im Mittelfeld abspielte war zu erkennen, der Dorfklub-Nachwuchs kam nicht, um dem VfB Stuttgart Spalier zu stehen. Aspach stand gut in der Defensive und wollte Nadelstiche setzen, mussten aber dennoch das erste Gegentor schlucken: eine Standardsituation sollte der Dosenöffner für das offiziell genannte Heimteam sein. Stuttgarts Seva Linnikov brachte in der 21. Minute mit einem Freistoß den Ball in die Aspacher Box, Almand Idrizi stand goldrichtig und köpfte zur Führung des Favoriten ein. Alles schien nun doch seinen gewohnten Weg zu gehen – zum einen, weil die SG noch zu harmlos vor dem gegnerischen Tor agierte und zum anderen, weil der VfB in der 36. Minute ein zweites Mal zustach. Kian Speidel nutzte seine Freiheit im Aspacher Strafraum mit einem trockenen Abschluss – 0:2 aus SG-Sicht. Doch die Jungs ließen sich nicht verwirren und kamen postwendend zum Anschlusstreffer, Max Dietz setzte sich stark gegen die Abwehr der Brustringträger durch (37.). Es keimte wieder Hoffnung im rot-schwarzen Lager auf, die von den Rot-Weißen aber schnell wieder erstickt wurden. Kian Speidel stellt den Stuttgarter Zwei-Tore-Vorsprung wieder her (38.), Jubel brach allerdings keiner aus – vielmehr zeigten sich beide Seiten etwas überrascht über den Torpfiff des Unparteiischen Tobias Lochmüller. Dennoch ging es mit einem 3:1 für den Deutschen Meister in die Pause.
Das erste Ausrufezeichen in Durchgang zwei setzte Max Dietz, doch VfB-Schlussmann Lucas Nagel vereitelte den erneuten Anschlusstreffer (49.). In der 56. Minute war wieder das Team aus der Landeshauptstadt am Zug, wo Kian Speidler seinen Dreierpack schnürte und für die Vorentscheidung sorgte – aber eben nicht für die Entscheidung. Denn die Fautenhauer gaben sich noch nicht geschlagen. Sie mussten folglich die Abwehrarbeit etwas vernachlässigen, was den Cannstattern mehr Räume bot, die Möglichkeiten häuften sich aber in deren Strafraum. Allerdings ließ der Treffer zum 2:4 etwas zu lange auf sich warten, die Zeit spielte für den Deutschen Meister. Nach einem Foul an Dietz behielt Dion Gutaj aber die Ruhe und verkürzte nochmals für seine Farben (76.). Der Dorfklub gab nochmals alles, doch die Minuten tickten herunter. Und als Marino Mokrovic doch noch das 3:4 gelang, pfiff Schiedsrichter Lochmüller erst gar nicht mehr an, denn es lief bereits die 5. Nachspielminute.
Glückwunsch an den VfB Stuttgart, der fünf Tage nach der Meisterschaft das Double feiern durfte. Der Applaus für das SG-Team war aber nicht leiser, wie auch der wfv-Verbandsjugendausschuss-Vorsitzende Michael Supper den mutigen Auftritt der drei Ligen tiefer spielenden Elf sein Lob bei der Siegerehrung aussprach – Es war die erste Niederlage der Aspacher U17 in dieser Saison überhaupt, die stolz auf ihre Leistung sein dürfen!
Ein Dankeschön gilt neben den Teams und zahlreichen Fans auch allen Beteiligten, die an der reibungslosen Durchführung des spannenden wfv-Pokalfinals in der Aspacher Arena mitwirkten. Ein Finale mit einem tollen Rahmen, das sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Fotos: Lothar